Interview mit Resindenzkünstlerin Maria Schweiger

Maria Schweiger (* 1999) ist eine Studentin des Industriedesigns an der OTH Regensburg und gleichzeitig eine von drei bayerischen Künstler_innen, die 2020 im Rahmen des Projekts kultur| kontakt|kreativ für ein Residenzaufenthalt in dem Pilsner DEPO2015 ausgewählt wurden.

Wie viele Tage hast du in Pilsen verbracht und war es Dein erster Besuch hier?

Ich war 16 Tage in Pilsen. Davor war ich schon einmal für ein Wochenende dort. Im Rahmen eines Studienprojekts hatte ich zusammen mit meinem Semester des Studiengangs Industriedesign an der OTH Regensburg eine Präsentation bei dem Treffpunkt Festival im Februar. Dementsprechend habe ich damals schon von der Kulturhauptstadt 2015 erfahren.

In Deiner Bewerbung schreibst Du, dass Du "gerne Teil beim Aufbau der deutsch-tschechischen Community im Bereich Kreativwirtschaft/Design" wärst. Inwieweit ist es Dir gelungen?

Mir ist es insofern gelungen, dass ich viel Zeit mit tschechischen Künstlern vom Depo verbracht habe und wir uns sehr gut verstanden haben. Jetzt liegt es natürlich daran, den Kontakt aufrecht zu erhalten, aber da bin ich natürlich guter Dinge!

Dein Matchingpartner war Josef Sedlak (Student von Illustration und Comics der Fakultät von Kunst und Design der Westböhmischen Universität Pilsen). Was habt ihr zusammen alles unternommen?

Wir waren gemeinsam im Zoo, haben Graffiti gesprayed, haben uns in der Stadt zum Zeichnen getroffen und Bier miteinander getrunken. Eigentlich wollten wir auch noch die Universität anschauen, aber das haben wir dann zeitlich nicht mehr untergebracht, weil ich wegen Covid ja früher abreisen musste.

Kannst Du Dein Projekt in kürze vorstellen?

Ich hatte eigentlich kein konkretes Projekt. Mein Ziel war es, meine Fähigkeiten im Zeichnen zu verbessern. Demensprechend habe ich mich von Pilsen inspirieren lassen und viel gezeichnet. Tatsächlich habe ich mich sehr verbessert, meine Motivation zum Zeichnen ist wieder sehr gestiegen und ich habe es sehr genossen, so viel Zeit zum Zeichnen zu haben.

Wie soll es mit Deinem Projekt weitergehen?

Ich zeichne weiter und weiter. Ich möchte nämlich wahrscheinlich nach meinem Industriedesign Studium Illustration studieren. Die Ergebnisse der Residency sollen im November im Rahmen eines Kreativfestivals ausgestellt werden.

Was meinst Du allgemein zu künstlerischen Residenzen? Ist es eine gute Art, sich gegenseitig kennenzulernen und motivieren?

Ich finde das echt genial! Dadurch, dass man über eine längere Zeit weg von seinem Alltag und in einer anderen Umgebung ist, findet man einen ganz neuen und tieferen Zugang zur Kunst. Außerdem ist es cool, neue Leute mit ähnlichen Interessen kennenzulernen und mit ihnen Zeit zu verbringen und sich durch die Gespräche motivieren zu lassen.

Mir hat es soviel gebracht, dass ich genau herausgefunden habe, was ich künstlerisch am liebsten mache und was mich begeistert. Außerdem habe ich meine Fähigkeiten verbessert. Und durch den Kontakt mit Honza Chabr habe ich beschlossen, als Bachelorarbeit ein Gesellschaftsspiel zu designen.  

Zum Schluss etwas persönlicheres: Welche Orte, Cafés, Kneipen haben Dir in Pilsen gefallen? Hast du etwas auf Tschechisch gelernt? 

Ich mochte das Pappa Cafe sehr gern. Und eine Bar in der Americka Straße, irgendwas mit M, aber ich habe den Namen vergessen :-) So ungefähr das einzige, was ich mir auf Tschechisch merken konnte:  nebezpečné zvíře (wir waren im Zoo :-) )

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